Mit einer Telefon-KI lassen sich die Anrufe in der Anmeldung einer Arztpraxis um bis zu 73 Prozent senken – das ist der Best-Practice-Optimalwert aus unserem Praxisbeispiel einer Gemeinschaftspraxis. Allgemeine Anfragen zu Parken, Öffnungszeiten oder Anfahrt gehen dabei fast auf null zurück. Der Voice-Agent beantwortet diese Fragen mit Informationen, die er von der Praxis-Website übernommen hat, bucht, verschiebt und storniert Termine selbstständig und bestätigt sie per WhatsApp. Eine Gesprächsstunde kostet dabei rechnerisch rund 6 Euro – eine MFA-Stunde rund 33 Euro. Niemand wurde ersetzt: Die Anmeldung hat wieder Zeit für die Patienten, die vor ihr stehen.
- Bis zu 73 Prozent weniger Anrufe (Best-Practice-Optimalwert): Terminbuchung, Terminänderung, Absage und Standardfragen laufen komplett über den Voice-Agenten und WhatsApp.
- Allgemeine Anfragen fast bei null: Parkmöglichkeiten, Öffnungszeiten, Urlaubsvertretung und Anfahrt beantwortet die KI aus den Inhalten der Praxis-Website.
- Rund 82 Prozent günstiger je Gesprächsstunde: 1.000 Minuten kosten 99 Euro, also etwa 5,94 Euro pro Stunde – gegenüber rund 33 Euro für eine MFA-Stunde.
- Entlastung statt Stellenabbau: Die gewonnene Zeit fließt in die Betreuung vor Ort, nicht in Kündigungen. Das spüren Patienten und Team gleichermaßen.
- Startklar per Rufnummern-Weiterleitung: Keine neue Hardware, kein neues Telefonsystem – und die KI lässt sich jederzeit an- und ausschalten.
Wo lag das Problem in der Anmeldung der Praxis?
Die Anmeldung einer Gemeinschaftspraxis stand vor einem Problem, das viele Praxen kennen: Das Telefon klingelte ununterbrochen, und das bisherige System half nur zum Teil. Es transkribierte Anrufe zwar, reagierte aber nicht darauf. Jede Anfrage landete als Textprotokoll, das eine Mitarbeiterin anschließend von Hand abarbeiten musste. Die Ausgangslage haben wir im Fallbeispiel Gemeinschaftspraxis ausführlich beschrieben.
Die Folge: Rückrufe stapelten sich, Patienten warteten, und um überhaupt hinterherzukommen, wurde das Telefonsystem zeitweise abgeschaltet. Das erzeugte genau das Gegenteil von Entlastung – verärgerte Anrufer, die es später erneut versuchten, und ein Team, das zwischen Tresen und Hörer zerrieben wurde.
Die Praxis ist damit kein Einzelfall. In einer Befragung der Hochschule Fresenius im Auftrag der Felix Burda Stiftung unter 1.205 Medizinischen Fachangestellten gaben rund 68 Prozent an, dass mehr als 40 Prozent ihrer Wochenarbeitszeit auf organisatorische Tätigkeiten entfallen. 82,9 Prozent bewerteten ihre Arbeitslast als zu hoch, die Hälfte sagte, sie könne Patienten nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt betreuen (Felix Burda Stiftung, Studie der Hochschule Fresenius, 2024). Ein großer Teil dieser Organisation passiert am Telefon.
Was genau übernimmt der Voice-Agent am Telefon?
Ein Voice-Agent ist eine Telefon-KI, die Anrufe in natürlicher Sprache entgegennimmt, das Anliegen versteht und es selbst erledigt – statt es nur aufzuschreiben. Das ist der entscheidende Unterschied zum alten System: Er hört nicht nur zu, er handelt. Wie solche intelligenten Telefonsysteme technisch aufgebaut sind, zeigt unsere Leistungsseite.
In der Praxis haben wir die Anliegen danach sortiert, wer sie künftig bearbeitet. Das Ergebnis ist eindeutig: Der größte Teil der Anrufe folgt festen Regeln und braucht kein medizinisches Urteil.
| Anliegen am Telefon | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Neuen Termin vereinbaren | MFA am Telefon, Eintrag von Hand | Voice-Agent bucht direkt im Kalender, Bestätigung per WhatsApp |
| Termin verschieben | Rückruf, oft mehrere Versuche | Voice-Agent oder Patient selbst per WhatsApp |
| Termin absagen | Anruf, Notiz, manuelles Löschen | Voice-Agent oder WhatsApp, Slot wird sofort wieder frei |
| Öffnungszeiten, Sprechstunden | MFA beantwortet | Voice-Agent aus Website-Inhalten |
| Parken, Anfahrt, Barrierefreiheit | MFA beantwortet | Voice-Agent aus Website-Inhalten |
| Urlaub, Vertretung | MFA beantwortet | Voice-Agent aus Website-Inhalten |
| Medizinische Fragen, Notfälle, Befunde | MFA oder Ärztin | Unverändert beim Team – der Agent leitet weiter |
Die letzte Zeile ist bewusst so gesetzt: Alles, was eine medizinische Einschätzung verlangt, bleibt beim Menschen. Der Voice-Agent erkennt diese Fälle und leitet sie an die Anmeldung oder in einen Rückrufwunsch weiter.
Wie lernt die Telefon-KI Parkplätze, Öffnungszeiten und Anfahrt?
Der Voice-Agent braucht kein eigenes Handbuch. Wir haben ihm die Informationen gegeben, die ohnehin schon auf der Website der Praxis standen: Sprechzeiten, Adresse, Parkmöglichkeiten, Anbindung an Bus und Bahn, Hinweise zur Barrierefreiheit, Urlaubszeiten und Vertretungsregelungen. Die Website wird so zur Wissensbasis der Telefon-KI.
Man kann sich das vorstellen wie eine neue Kollegin, die am ersten Tag die Praxis-Website auswendig lernt – mit dem Unterschied, dass sie nichts vergisst und nie genervt klingt, wenn jemand zum fünften Mal am Vormittag nach dem Parkplatz fragt.
| Information auf der Website | Typische Frage am Telefon | Antwort des Voice-Agenten |
|---|---|---|
| Sprechzeiten | „Haben Sie Mittwochnachmittag geöffnet?“ | Nennt die Zeiten und bietet direkt einen Termin an |
| Parkmöglichkeiten | „Wo kann ich parken?“ | Beschreibt Parkplatz oder Parkhaus in der Nähe |
| Anfahrt | „Welcher Bus hält bei Ihnen?“ | Nennt Linie und Haltestelle |
| Barrierefreiheit | „Gibt es einen Aufzug?“ | Beantwortet und weist auf Besonderheiten hin |
| Urlaub und Vertretung | „Wer vertritt die Praxis im Oktober?“ | Nennt Zeitraum und Vertretungspraxis |
Der eigentliche Kniff liegt in der Anschlussfrage. Wer nach den Öffnungszeiten fragt, will in den meisten Fällen einen Termin. Deshalb fragt der Voice-Agent nach der Antwort: „Möchten Sie direkt einen Termin vereinbaren?“ Aus einer reinen Auskunft wird so in einem einzigen Gespräch eine erledigte Buchung – ohne zweiten Anruf und ohne dass jemand in der Anmeldung den Hörer abnehmen muss.
Wichtig dabei: Die Qualität der Antworten hängt an der Qualität der Website. Stehen dort veraltete Sprechzeiten, gibt der Agent veraltete Sprechzeiten weiter. Wer die Website pflegt, pflegt also gleichzeitig das Wissen der Telefon-KI.
Wie funktioniert die Terminbuchung inklusive WhatsApp-Bestätigung?
Der Voice-Agent übernimmt die komplette Terminverwaltung: neue Termine, Terminänderungen und Absagen. Er ist an den Praxiskalender angebunden, sieht freie Slots in Echtzeit und trägt den Termin im Gespräch ein. Doppelbuchungen oder Zettelwirtschaft entfallen.
Direkt nach dem Anruf erhält der Patient eine Bestätigung per WhatsApp. Das hat zwei Vorteile. Erstens hat er den Termin schriftlich und muss nicht noch einmal anrufen, um nachzufragen. Zweitens kann er über denselben Kanal selbst handeln: Termin verschieben, absagen oder einen neuen anfragen – ohne Warteschleife, auch abends um zehn.
Gerade dieser zweite Weg hat die Anrufe weiter gesenkt. Viele Terminänderungen erreichen die Praxis gar nicht mehr als Anruf, sondern als kurze Nachricht, die automatisch verarbeitet wird. Ein abgesagter Termin wird sofort wieder frei und kann neu vergeben werden, statt als leerer Slot im Kalender zu stehen.
Beim Datenschutz ist WhatsApp in der Arztpraxis kein Selbstläufer. Terminanfragen können den Behandlungsgrund offenlegen und fallen damit unter die ärztliche Schweigepflicht (Lyck+Pätzold, Medizinrecht-Blog). Deshalb gilt: Die WhatsApp-Nachricht enthält nur Datum, Uhrzeit und Praxis, keine Diagnosen oder Behandlungsgründe. Patienten willigen vorher ausdrücklich ein, und der Kanal läuft über die WhatsApp Business Platform eines Anbieters mit Auftragsverarbeitungsvertrag, nicht über das Privathandy am Tresen (datenschutz-in-arztpraxen.de). Wer WhatsApp nicht nutzen möchte, kann Bestätigungen genauso per SMS versenden.
Woher kommen bis zu 73 Prozent weniger Anrufe?
Die Anrufe sind nicht deshalb gesunken, weil Patienten die Praxis weniger brauchen. Sie sind gesunken, weil zwei Gruppen von Anrufen die Anmeldung nicht mehr erreichen: Terminanliegen und allgemeine Anfragen. Zusammen machten sie den Großteil des Telefonaufkommens aus.
Einordnung: Die 73 Prozent sind ein Best-Practice-Optimalwert. Er beschreibt, was erreichbar ist, wenn Terminbuchung, WhatsApp-Kanal und Website-Wissen vollständig eingerichtet sind und ein Großteil der Anrufe aus Termin- und Standardanliegen besteht. Wie hoch die Entlastung in Ihrer Praxis ausfällt, hängt von Ihrem Anrufmix ab – deshalb steht am Anfang jeder Einführung eine Bestandsaufnahme.
- Allgemeine Anfragen beantwortet der Voice-Agent vollständig. Sie sind in der Anmeldung praktisch auf null gesunken.
- Terminbuchungen, Änderungen und Absagen erledigt der Voice-Agent im Gespräch oder der Patient selbst per WhatsApp.
- Nachfragen zu bestehenden Terminen entfallen weitgehend, weil jeder Patient eine schriftliche Bestätigung hat.
- Wiederholungsanrufe nach „besetzt“ gibt es kaum noch, weil der Voice-Agent jeden Anruf sofort annimmt – auch mehrere gleichzeitig.
Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Wer morgens um acht nicht durchkommt, ruft um fünf nach acht wieder an, und um zehn nach. Jeder dieser Versuche zählt als Anruf. Nimmt der Agent sofort ab, verschwinden diese Schleifen vollständig. Ein Teil der Entlastung entsteht also einfach dadurch, dass niemand mehr in der Warteschleife hängt.
Übrig bleiben die Anrufe, für die die Anmeldung wirklich gebraucht wird: medizinische Rückfragen, Befundbesprechungen, dringende Fälle, Abstimmungen mit anderen Praxen und Kliniken. Sie bekommen jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Was kostet eine Minute Voice-Agent im Vergleich zu einer MFA-Stunde?
Die Kostenseite ist der Punkt, an dem viele Praxisinhaber stutzen – weil die Zahlen fast zu gut klingen. Die Rechnung ist aber einfach. Beim Anbieter fonio.ai kostet der Solo-Tarif bei jährlicher Zahlung 99 Euro netto im Monat und enthält 1.000 Gesprächsminuten (fonio.ai, Preisübersicht). Mehr zu Anbietern und Tarifmodellen finden Sie in unserem Beitrag KI-Telefonassistent: Kosten, Anbieter und Einsatz im KMU.
1.000 Minuten sind rund 16,7 Stunden. 99 Euro geteilt durch 16,7 Stunden ergibt etwa 5,94 Euro pro Gesprächsstunde. Auf der anderen Seite steht die MFA-Stunde. Ein Tarifgehalt der Tätigkeitsgruppe II liegt 2026 in den ersten Berufsjahren bei rund 3.116 Euro brutto im Monat (Gehaltstarifvertrag MFA, Übersicht bei Draco). Rechnet man Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung sowie Urlaub, Feiertage, Krankheit und Fortbildung ein, landet man bei rund 33 Euro je produktiver Stunde. Zum Vergleich: Über alle Branchen kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2025 im Schnitt 45 Euro (Statistisches Bundesamt).
| Kennzahl | Voice-Agent (Solo, jährlich) | MFA am Telefon |
|---|---|---|
| Kosten pro Minute | ca. 0,10 € | ca. 0,55 € |
| Kosten pro Stunde | ca. 5,94 € | ca. 33,00 € |
| 1.000 Gesprächsminuten im Monat | 99 € | ca. 550 € |
| Rechnerische Differenz | ca. 451 € im Monat – rund 82 Prozent | |
Diese Tabelle vergleicht nur reine Gesprächszeit. Sie ist damit eher vorsichtig: Nach jedem Anruf trägt eine MFA den Termin ein, schreibt eine Notiz oder ruft zurück. Diese Nacharbeit entfällt beim Voice-Agenten, ist in der Rechnung aber nicht enthalten.
Ehrlicherweise kommen zum Minutenpreis weitere Posten hinzu. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich die Rechnung verändert, wenn man sie realistisch vervollständigt.
| Szenario (netto pro Monat) | Voice-Agent | MFA-Äquivalent | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| 1.000 Minuten, nur Telefon | 99 € | 550 € | ca. 82 % |
| 1.000 Minuten plus WhatsApp-Modul (100 Konversationen, 69 €) | 168 € | 550 € | ca. 69 % |
| 2.000 Minuten (1.000 inklusive, 1.000 zu je 0,15 €) | 249 € | 1.100 € | ca. 77 % |
| Monatliche statt jährliche Zahlung (119 €) | 119 € | 550 € | ca. 78 % |
Selbst wenn man Einrichtung, Anbindung an die Praxissoftware und laufende Betreuung großzügig einpreist, bleibt vom ersten Monat an mindestens die Hälfte der Kosten gespart. Die WhatsApp-Preise stammen ebenfalls aus der Preisübersicht von fonio.ai. Wie Sie eine solche Rechnung für Ihren eigenen Betrieb aufstellen, zeigt unser Beitrag Lohnt sich KI bei fünf Mitarbeitern?
Warum geht es um Entlastung und nicht um Stellenabbau?
An dieser Stelle kommt meist die Frage: „Wenn die KI so viel günstiger ist, brauchen wir dann weniger MFA?“ Die Antwort ist nein – und zwar nicht aus Höflichkeit, sondern aus Rechnung. Die Ersparnis entsteht nicht auf dem Lohnkonto, sondern in der Zeit. Die Stunden, die bisher am Telefon gebunden waren, stehen wieder für Aufgaben zur Verfügung, die nur Menschen erledigen können: Patienten am Tresen empfangen, Blut abnehmen, Untersuchungen vorbereiten, ältere Patienten durch den Ablauf begleiten.
Die verbreitete Annahme, KI würde in der Anmeldung Arbeitsplätze kosten, verkennt die Lage in den Praxen. Medizinische Berufe gehören laut Bundesagentur für Arbeit zu den Bereichen mit ausgeprägtem Fachkräfteengpass (Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit). In der Fresenius-Studie gaben über 45 Prozent der befragten MFA an, über einen Ausstieg aus dem Beruf nachzudenken. Das Problem der meisten Praxen ist nicht zu viel Personal, sondern zu wenig – und zu viel Belastung für die, die da sind.
Ein Voice-Agent ist deshalb am besten als Werkzeug gegen Fluktuation zu verstehen. Wie ein Geschirrspüler in einer Großküche: Er ersetzt nicht den Koch, sondern sorgt dafür, dass der Koch wieder kochen kann, statt stundenlang Teller zu spülen. Die repetitiven Aufgaben wandern zur Maschine, die anspruchsvollen bleiben beim Team.
Was hat sich für Patienten und Team verändert?
Für die Patienten ist die Veränderung am deutlichsten spürbar: Die Praxis ist erreichbar. Kein Besetztzeichen, keine Warteschleife, keine abgeschaltete Leitung. Wer anruft, bekommt sofort eine Antwort oder einen Termin – auch außerhalb der Sprechzeiten. Die schriftliche Bestätigung per WhatsApp sorgt dafür, dass Termine seltener vergessen werden.
Für das Team hat sich vor allem die Atmosphäre verändert. Die Anmeldung muss nicht mehr gleichzeitig telefonieren und Patienten am Tresen bedienen. Gespräche vor Ort werden nicht mehr durch klingelnde Telefone unterbrochen. Das senkt den Stress und schafft ein angenehmeres Arbeitsklima – ein Faktor, der bei der Bindung von Fachkräften mehr zählt als mancher Gehaltsbestandteil. Die Fresenius-Studie trägt nicht umsonst den Titel „Es liegt nicht am Gehalt allein“.
- Patienten: sofortige Erreichbarkeit, Termine rund um die Uhr, schriftliche Bestätigung, Änderungen per WhatsApp.
- Anmeldung: weniger Unterbrechungen, keine Rückruflisten, mehr Zeit für Patienten vor Ort.
- Praxisleitung: weniger leere Slots durch sofort wieder freigegebene Termine, geringere Kosten je Anruf, weniger Beschwerden über Erreichbarkeit.
Wann lohnt sich eine Telefon-KI in der Praxis nicht?
Nicht jede Praxis profitiert im gleichen Maß. Wir raten in folgenden Fällen ab oder zu einem späteren Start:
- Sehr wenige Anrufe: Klingelt das Telefon nur ein paar Mal am Tag, lohnt sich die Einrichtung kaum. Der Aufwand für Anbindung und Abstimmung steht dann in keinem Verhältnis zum Nutzen.
- Keine anbindbare Terminverwaltung: Lässt sich der Kalender der Praxissoftware nicht anbinden, kann der Agent nur Auskünfte geben und Rückrufwünsche aufnehmen. Das entlastet deutlich weniger.
- Veraltete Website: Stimmen Sprechzeiten und Hinweise online nicht, gibt die KI falsche Antworten. Erst die Website aktualisieren, dann den Agenten starten.
- Überwiegend medizinische Anrufe: In Spezialpraxen, in denen fast jeder Anruf eine fachliche Rückfrage ist, bleibt der Hebel klein.
Diese Negativliste gehört zu jeder ehrlichen Beratung. Eine Telefon-KI ist kein Allheilmittel, sondern ein Werkzeug für ein klar umrissenes Problem: viele gleichförmige Anrufe, die gute Leute vom Wesentlichen abhalten.
Wie läuft die Einführung in der eigenen Praxis ab?
Die Einführung ist kein IT-Großprojekt. Es braucht weder neue Hardware noch ein neues Telefonsystem. Die Praxis behält ihre Rufnummer, ihre Telefone und ihre Telefonanlage – der Voice-Agent wird schlicht über eine Rufnummern-Weiterleitung eingebunden. Genauso einfach lässt er sich wieder abschalten: Weiterleitung aus, und das Telefon klingelt wie gewohnt in der Anmeldung.
Die Praxis entscheidet also jederzeit selbst, wann die KI arbeitet. Manche Praxen schalten sie nur zu Stoßzeiten am Morgen ein, andere in der Mittagspause, nach Feierabend oder während der Urlaubszeit – und manche lassen sie rund um die Uhr laufen. Der typische Ablauf sieht so aus:
| Phase | Was passiert | Wer ist beteiligt |
|---|---|---|
| 1. Bestandsaufnahme | Welche Anrufe kommen, zu welchen Zeiten, mit welchen Anliegen? | Anmeldung, brand-neu digital |
| 2. Wissensbasis | Website-Inhalte übernehmen, Lücken ergänzen, Weiterleitungsregeln festlegen | Praxisleitung, brand-neu digital |
| 3. Anbindung | Kalender der Praxissoftware, Rufnummern-Weiterleitung, WhatsApp-Kanal mit Einwilligung | brand-neu digital, ggf. PVS-Anbieter |
| 4. Testphase | Testanrufe durch das Team, Stimme und Gesprächsführung feinjustieren | Anmeldung |
| 5. Live-Betrieb | Start zunächst zu Stoßzeiten oder außerhalb der Sprechzeiten, dann ganztägig | Ganzes Team |
| 6. Messen | Anrufe, Weiterleitungen und Terminquote vorher und nachher vergleichen | Praxisleitung |
Der letzte Schritt ist entscheidend: Nur wer vorher zählt, kann nachher belegen, was sich verändert hat. Wie man das sauber aufsetzt, beschreiben wir im Beitrag So messen Sie den Nutzen in 90 Tagen. Das Team von Anfang an einzubinden, ist dabei keine Formalie. Wer die Testanrufe selbst macht, vertraut dem System später deutlich mehr.
Häufige Fragen zur Telefon-KI in der Arztpraxis
Ersetzt eine Telefon-KI Medizinische Fachangestellte?
Nein. Der Voice-Agent übernimmt wiederkehrende Aufgaben wie Terminbuchung und Standardauskünfte. Die gewonnene Zeit fließt in die Betreuung der Patienten vor Ort. Angesichts des Fachkräftemangels in medizinischen Berufen ist Entlastung das Ziel, nicht Personalabbau.
Woher weiß der Voice-Agent, wo Patienten parken können?
Der Voice-Agent übernimmt die Informationen von der Website der Praxis: Sprechzeiten, Parkmöglichkeiten, Anfahrt, Barrierefreiheit, Urlaub und Vertretung. Ändert sich etwas, wird die Wissensbasis angepasst. Eine gepflegte Website ist deshalb die wichtigste Voraussetzung.
Was kostet eine Telefon-KI für die Arztpraxis?
Beim Anbieter fonio.ai kosten 1.000 Gesprächsminuten im Solo-Tarif bei jährlicher Zahlung 99 Euro netto im Monat. Das entspricht rund 5,94 Euro pro Gesprächsstunde. Eine MFA-Stunde kostet einschließlich Nebenkosten rund 33 Euro. Die reine Gesprächszeit ist damit rund 82 Prozent günstiger.
Ist die Terminbestätigung per WhatsApp datenschutzkonform?
Das ist möglich, wenn Patienten vorher ausdrücklich einwilligen, die Nachricht keine Diagnosen oder Behandlungsgründe enthält und der Kanal über einen Anbieter mit Auftragsverarbeitungsvertrag läuft. Wer auf WhatsApp verzichten möchte, kann Bestätigungen auch per SMS versenden.
Können Patienten Termine selbst ändern oder absagen?
Ja. Termine lassen sich im Gespräch mit dem Voice-Agenten oder per WhatsApp-Nachricht verschieben und stornieren. Abgesagte Termine werden sofort im Kalender freigegeben und können neu vergeben werden.
Was passiert bei medizinischen Fragen oder Notfällen?
Der Voice-Agent erkennt Anliegen, die eine medizinische Einschätzung brauchen, und leitet sie an die Anmeldung weiter oder nimmt einen Rückrufwunsch auf. Bei Notfällen verweist er auf den Notruf 112 beziehungsweise den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117.
Muss die Praxis ein neues Telefonsystem anschaffen?
Nein. Rufnummer, Telefone und Telefonanlage bleiben, wie sie sind. Der Voice-Agent wird über eine Rufnummern-Weiterleitung aktiviert und lässt sich jederzeit wieder ausschalten – zum Beispiel, um ihn nur zu Stoßzeiten, in der Mittagspause oder nach Feierabend einzusetzen.
Wie lange dauert die Einführung?
Die Einführung umfasst Bestandsaufnahme, Wissensbasis, Anbindung, Testphase und Live-Start. Neue Hardware oder ein neues Telefonsystem sind nicht nötig, der Agent wird per Rufnummern-Weiterleitung eingebunden. Wie schnell es geht, hängt vor allem davon ab, wie gut sich die Praxissoftware anbinden lässt.
Fazit: Weniger Telefon, mehr Praxis
Das Beispiel der Gemeinschaftspraxis zeigt, was ein Voice-Agent leisten kann, wenn er richtig eingerichtet ist: bis zu 73 Prozent weniger Anrufe als Best-Practice-Optimalwert, allgemeine Anfragen nahezu bei null, Termine rund um die Uhr buchbar und per WhatsApp bestätigt. Die Kosten liegen je Gesprächsstunde bei einem Bruchteil einer MFA-Stunde. Der eigentliche Gewinn ist aber nicht das eingesparte Geld, sondern die zurückgewonnene Zeit – für Patienten, die vor dem Tresen stehen, und für ein Team, das wieder durchatmen kann.
brand-neu digital steht für KI für kleine und mittelständische Unternehmen. Wir richten intelligente Telefonsysteme für Arztpraxen ein, verbinden sie mit Kalender und Praxissoftware und begleiten die Prozessoptimierung durch KI vom ersten Gespräch bis zum laufenden Betrieb. Weitere Projekte finden Sie in unseren Referenzen.
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